Die Umgebung von Mexiko-Stadt

Um den täglichen Stadtstress zu entfliehen, führen zahlreiche Schnellstraßen in die umliegenden Gemeinden und Dörfer, welche die „capitalinos“ (Bewohner von Mexiko-Stadt) auch gerne nutzen.


Teotihuacán

Etwa 50 km nordöstlich von Mexiko-Stadt befindet sich eine sehr bedeutende Ruinenstätte in der Geschichte der Kulturen des Landes: Teotihuacán. Diese war die beherrschende Kultur als Vorgänger des Aztekenreiches. Später wurde die Stätte Pilgerort der Azteken. Das Höhlensystem und die Ruinen, die ab 200 v. Chr. nach und nach gebaut wurden, umfassen ein riesiges Areal, das zu seinen Glanzzeiten vermutlich aus 75 Tempeln und 600 Werkstätten bestand und zwischen 200.000 bis 300.000 Einwohner zählte. Einst soll es das größte kulturelle und geistig-religiöse Zentrum Mesoamerikas mit regem Handel gewesen sein.

Es war ebenfalls eine heilige Stätte, ein Begräbnisort für Könige. Die beeindruckenden Gestaltungsprinzipien wurden von späteren Kulturen aufgegriffen. Der Einfluss des mächtigen Stadtstaates fand sich in weiten Teilen Mexikos, sogar bis nach Guatemala wieder. Aus den zahlreichen imposanten Bauwerken, außergewöhnlichen Gemälden, Verzierungen und heiligen Stätten, stechen zwei besonders hervor: Der Sonnentempel (Pirámide del Sol) und der Mondtempel (Pirámide de la Luna). Seit Ende der 80er zählt die faszinierende Anlage zum UNESCO-Weltkulturerbe.



Tepotzotlán

Im etwa 40 km von der Hauptstadt entfernten Tepotzotlán herrscht eine ästhetische Grundstimmung. Interessant sind die ehemaligen Jesuiten-Schulen, die Kirche im churrigueresken Stil, das Museum des Vizekönigs und die Kapelle der heiligen Jungfrau. Der grüne Park des Dorfes, aber auch das fast 440 m lange Aquädukt, sind eine Besichtigung wert.



Tula

Weitere 35 km entfernt, befindet sich Tula bzw. Tula de Allende. In etwa zwischen vom 10. bis 12. Jahrhundert war dies die Hauptstadt der blühenden Indígena-Zivilisation der Tolteken. Später wurden die Stätten von den Chichimeken und Azteken bewohnt. Sehenswert ist die archäologische Stätte mit dem dazugehörigen Museum. Besonders interessant sind die „Atlanten von Tula“, vier gewaltige Kriegerstatuen. Viele der Bauten weisen starke Ähnlichkeiten mit denen von Chichén Itzá auf.



Toluca

Etwa eine Stunde westlich der mexikanischen Hauptstadt befindet sich in einem herrlich grünen Tal die Hauptstadt des Bundesstaats Mexiko: Toluca. Sie gehört zu den wichtigsten Großstädten des Landes. Auf 2680 m über dem Meeresspiegel ist es die höchstgelegene Stadt von Mexiko und Nordamerika. Es herrscht semihumides, gemäßigtes Klima. Dank der verschiedenen Museen, Theater und Kinos besteht ein weitgefächertes Kultur- und Freizeitangebot in der Stadt. Jeden Freitag kann man einem der besten Orchester des Landes, dem „Orquesta Sinfónica del Estado de México“ im Konzertsaal lauschen.

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes ist der Botanische Garten. Dieser enthält atemberaubende, riesige Buntglasfenster, die die Geschichte der Entstehung und des Untergangs der Menschen erzählen. Besonders beliebt sind außerdem die Besuche auf den indigenen Märkten, die hier teilweise täglich stattfinden und Agrarprodukte, sowie Kunsthandwerk der Region feilbieten. Hier erhält man den bekannten Lebensbaum, ein typisches Mitbringsel aus Mexiko. Auch in den umliegenden Dörfern kann man wunderschöne Töpferarbeiten, Decken oder Tücher erwerben.

Die runde Pyramide mit weiteren archäologischen Bauten in Calixtlahuaca ist das wichtigste präkolumbische Denkmal der Stadt. Südlich der Stadt befindet sich der erloschene Vulkan „Nevado de Toluca“ im Nationalpark. Hier finden Wanderer oder Fahrradfahrer ihre Freude. Im Krater des Vulkans befinden sich der Sonnensee und der Mondsee. In der Nähe von Toluca kann man außerdem das Schutzgebiet „El Rosario“ besuchen. Ende November erlebt man hier, wenn Millionen von Monarchfaltern einkehren in den dichten Bergwäldern ein unglaubliches Naturschauspiel.



– Anzeige –



Taxco

Im äußersten Norden vom Bundesstaat Guerrero, erreicht man die weltberühmte Silberstadt Taxco. Der Ort zählt zu den „pueblos mágicos“, die aufgrund ihrer architektonischen, geschichtlichen, kulturellen oder naturellen Besonderheiten intensiv für den Tourismus unterstützt werden. Bereits die Anreise zum Ort bietet wundervolle Anblicke. Taxco wurde über Jahrhunderte ausgebeutet. Heute sind die Silberminen erschöpft, Silber wird dennoch weiterhin in großem Stil verarbeitet, u.a. als Schmuck, Gefäße oder Besteck. Dieses stammt überwiegend aus den Minen rund um Guanajuato.

Es war der amerikanische Architekt Spratling, der in den zwanziger Jahren die hiesige Silberverarbeitung weltweit berühmt machte und die Stadt somit immer mehr Käufer und Touristen anzog. Es ist nämlich nicht nur das Silber, das die Menschen anzieht, sondern auch die Atmosphäre. Die Stadt gilt als eine der reizvollsten des Landes und steht unter Denkmalschutz. Besonders sehenswert ist die Altstadt mit dem Plaza Borda, der Iglesia de San Sebastian y Santa Prisca, das Kloster, die Museen und natürlich das Silberschmiedekunstmuseum.

Nach einer Fahrt mit der Drahtseilbahn auf den Cerro Lomas, hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und deren Umgebung. Im November findet die „Feria de la Plata“ statt, ein buntes Volksfest, das sich dem Silber und den damit verbundenen Dingen wie Schönheit und Reichtum widmet. Nicht weit von Taxco entfernt, liegt der Nationalpark „Grutas de Cacahuamilpa“, der ein atemberaubendes Labyrinth von Tropfsteinhöhlen zur Erkundung bereithält.



Cuernavaca

Rund 85 km von Mexiko-Stadt entfernt, gelangt man in die Stadt Cuernavaca, die „Stadt des ewigen Frühlings“. Von hohen Bergen umgeben, bietet der Ort ganzjährig ein angenehm warmes, mildes Klima. Die Stadt selbst weist aber auch Höhenunterschiede von über 400 m auf. Die Straßenzüge folgen teilweise den Schluchten („barrancas“), die während der Regenzeit auch mit Wasser gefüllt sind. Die Stadtteile sind durch einige Brücken miteinander verbunden. Bereits diese Schluchten und ihre Wasserfälle sind Attraktion genug. Bereits früher war der Ort bei Konquistadoren und Staatsoberhäuptern beliebt, die hier oft die Sommermonate verbrachten.

Auch heute noch ist es ein beliebtes Wochenendziel. Somit ist es kaum verwunderlich, dass man in der Gegend zahlreiche Haciendas sehen kann. Damals dienten diese als Schutz gegen die Eingeborenen, waren wie Kleinstaaten mit Handwerk, Zuckerrohranbau, Viehwirtschaft und Baumwollherstellung hinter Mauern. Die hinterbliebenen Ruinen wurden teilweise wieder aufgearbeitet und dienen heut als Touristenunterkünfte, Restaurants oder Bars.

Cuernavaca war so schon immer von einem gewissen Glamour umgeben. Immer noch zieht es Berühmtheiten, US-Amerikaner, Politiker, mexikanische und internationale Künstler hierher. Heute kommt eine lockere Atmosphäre durch zahlreiche Studenten noch hinzu. Das Nachtleben ist demzufolge ausgeprägt. Sehenswert ist das ehemalige Regierungsgebäude, die Werke von Diego Rivera und Siqueiros, die Kathedrale, verschiedene Gärten, wie z. B. der botanische Garten „Jardin Borda“, sowie die archäologische Stätte „Teopanzolco“ mit großen Pyramiden.



Xochicalco

Nicht weniger interessant sind die recht unbekannten Stätten von Xochicalco, die ebenfalls in nicht weit von Cuernavaca entfernt sind. Die Fundstätte soll ein bedeutendes Lehrzentrum und wichtige Begegnungsstätte für die Völker Mesoamerikas gewesen sein. Man erkennt deutlich die verschiedenen Einflüsse der Maya, Tolteken, Zapoteken und Mixteken. Abgesehen von der Besichtigung der Anlage an sich, sollte man auch das Museum und das Observatorium, eines der am besten erhaltenen in Mexiko, besuchen.



Puebla

Im Südosten von Mexiko-Stadt liegt die viertgrößte Stadt des Landes, Puebla. Die „Stadt der Engel“ wird hauptsächlich durch ihren einzigartigen Architekturstil, den sogenannten „Poblano-Stil“ reizvoll. Zahlreiche Kirchen und viele Häuser erstrahlen in dem eindrucksvollen Stil, der durch Azulejos und Talaveras (buntbemalte Kacheln), Verzierungen und Gemälde so besonders wird. Beeindruckende Kunstwerke sind die „Iglesia Santo Domingo“ mit der Rosenkranzkapelle, die Kathedrale oder der Palacio Municipal. Weiterhin von großem Interesse sind der ehemalige Bischofspalast Casa de la Cultura mit der darin befindlichen Biblioteca Palafoxiana, das Teatro Principal, welches als ältestes Theater Nordamerikas gilt, oder die Casa del Alfeñique, das Zuckerbäckerhaus, in dem sich das Regionalmuseum befindet. Entspannen kann man auf dem Zócalo, dem Plaza de Armas, mit seinen vielen Bäumen und Pflanzen, in anderen Parks oder dem Zoo. Das historische Zentrum der Stadt wurde 1987 zum Weltkulturerbe erklärt.

In der Geschichte Mexikos spielte die Stadt ebenfalls eine wichtige Rolle: am 5. Mai 1862 wurden hier die Franzosen besiegt, weshalb nun jedes Jahr an diesem Tag ein großes Fest hier gefeiert wird. 1910 fanden unter anderem hier auch die ersten Revolutionskämpfe statt. Puebla gilt außerdem als kulinarisches Zentrum. Die Stadt ist Namensgeber der bekannten „mole poblano“, die hier erfunden wurde. Diese dickflüssige Schokoladensauce mit Chili wird zusammen mit Huhn gegessen und ist das Nationalgericht Mexikos. Interessant ist ebenfalls, dass einige Einwohner der ländlichen Gebiete noch immer Náhuatl, die Sprache der Ureinwohner der Region, sprechen. Zudem besitzt Puebla mehrere Universitäten, die den Ort zu einer Studentenstadt werden ließen. Aufgrund dessen gibt es eine reiche Auswahl an Restaurants, Bars und Nachtleben. Hinsichtlich der Unterkünfte kann man in Puebla alle möglichen Preis- und Komfortklassen finden. Die Umgebung von Puebla trägt ein reiches kunsthandwerkliches Erbe. Besonders beliebt sind die Handarbeiten aus Onyx.

Im relativ unbekannten Cuetzalan kann man sonntags den wunderschönen indigenen Markt aufsuchen. Um Puebla herum hat man die Möglichkeit viele kleine malerische Dörfer wie z. B. Malinalco, Tepoztlán oder Valle de Bravo zu besuchen, die entweder bezaubernde Kolonialdörfer sind oder faszinierende Ruinenstätten zu bieten haben. Cholula beherbergt mit der Tepanapa-Pyramide die zweitgrößte Pyramide der Welt. Heutzutage befindet sich eine Kirche auf den alten Grundmauern.

In der Region wurden noch dazu zahlreiche Nationalparks gegründet, die gut erreichbar und nicht zu überfüllt sind und die gute Möglichkeiten zum Wandern, Klettern oder zur Höhlenerkundung bieten. Puebla ist ein guter Ausgangspunkt für Outdoor-Aktivitäten in der Sierra Madre Oriental. Puebla liegt in einem fruchtbaren Talbecken Zentralmexikos auf 2175 m Höhe und wird von Vulkanen und hohen Bergen umgeben. Schaut man nach Westen, so wird man die etwa 40 km entfernten Vulkane Popocatépetl (5452 m) und Iztaccíhuatl (5286 m) erblicken. Popocatépetl ist ein noch aktiver Vulkan. Deshalb ist er zeitweise nicht begehbar. Iztaccíhuatl ist zwar nicht aktiv, dennoch eine Herausforderung und die Gipfelbesteigung nur für erfahrene Kletterer zu empfehlen.

An seinem Fuße fügen sich die Stadt Amecameca sowie der Nationalpark Sacromonte in die zauberhafte Kulisse ein. Im Osten von Puebla erhebt sich der Pico de Orizaba (5747 m) und im Norden der inaktive Vulkan La Malinche (4461 m).



Weitere Informationen:

Anzeige





Urlaubsschutz24: Reiseversicherung, Reiserücktrittsversicherung plus Urlaubsgarantie – Kompetenter Reiseversicherung Spezialist

Weltweit sicher unterwegs mit dem Versicherungsschutz der Hanse Merkur!