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Kunst und Kultur

Hinsichtlich Kunst und Kultur hat Mexiko eine Menge zu bieten. Hinter Indien verfügt Mexiko über die reichste kulturelle Vielfalt der Welt! Es wird nie langweilig und an jeder Ecke gibt es etwas Interessantes zu sehen. Dank der unterschiedlichen Einflüsse in der Bevölkerungsstruktur, sowie seiner bewegten Geschichte der letzten 3000 Jahre, bietet das Land auch im Kunstbereich ein hohes Maß an Abwechslung und Einzigartigkeit.

Mexiko fasziniert mit seiner Vielfalt: Landschaftlich, in der Tier- und Pflanzenwelt, sprachlich oder generell im Alltagsleben.

Mit seiner unglaublichen Vielfalt an besonderen, schönen Kulturstätten und Naturphänomenen, hat es das Land bereits öfter in die Listen der UNESCO geschafft – einer der vielen Gründe für spannende Reisen nach Mexiko!

Malerei

Bis etwa 1520 war die Kunst Mexikos von den Werken der Hochkulturen geprägt. Noch heute kann man in Tempeln oder anderen archäologischen Stätten die Werke der Wandmalerei der Mayas oder Azteken bewundern.

Zur Zeit der spanischen Conquista wurden indianische Einflüsse jedoch stark zurückgedrängt und der europäische Einfluss machte sich breit.

Während der Revolution von 1910-1920 besann man sich wieder mehr auf seine Wurzeln und begann neue Wege zu gehen. Hierbei entstand eine eigenständige Kunstform, der Muralismo. Mit ihren überdimensionalen Wandgemälden, vor allem an öffentlichen Einrichtungen, beabsichtigten die Künstler das überwiegend analphabetische Volk wieder auf seine Wurzeln, aber auch auf aktuelle Probleme oder zukünftige Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Sie stellten ihre Liebe zu Land und Leuten dar und wollten Einheit und Identität des Volkes mit ihrem Land hervorrufen.

Die bekanntesten Künstler waren „Los Tres Grandes“ Diego Rivera, José Clemente Orozco und David Álfaro Siqueiros. Fortgeführt wurde diese politisch-sozialkritische Stilrichtung unter anderem von Juan O’Gorman, Francisco Toledo oder den Zapoteken Rufino Tamayo und Miguel Cabrera. Auch Rodolfo Morales, Carlos Mérida oder Gonzáles Camarena sind wichtige Künstler der mexikanischen Moderne.

Frida Kahlo, die Ehefrau Diego Riveras, hat ebenfalls durch ihre Ölbilder und Aquarelle über Alltagssituationen der Bevölkerung einen wesentlichen Teil zur Berühmtheit mexikanischer Malerei in der Welt beigetragen.

Der mexikanische Staat unterstützt die noch vielen vorhandenen Künstlertalente und hat beispielsweise die Wandbilder als Nationaldenkmäler deklariert, die somit unter Schutz stehen und erhalten werden.

Bildhauerei

Bereits die altamerikanischen Völker Mexikos fertigten Skulpturen und Kleinplastiken, um ihren Göttern zu huldigen, ihre Tempel zu verzieren oder als Grabbeigabe. Diese Monumentalwerke kann man auch heute noch an den Stätten sehen. Hochkulturen wie die Olmeken, Azteken und Maya hatten dabei erkennbar unterschiedliche Stile.

Während der Kolonialzeit in der Geschichte Mexikos ging auch diese Form der Kunst zurück, kehrt aber in der Moderne in Form von individuellen Monumentalskulpturen wieder.

Architektur

An erster Stelle beeindrucken den Reisenden sicher die Bauwerke der prähispanischen Kulturen.

Pyramiden, Tempel, Paläste sowie Stadtanlagen, von denen Mexiko eine Menge zu bieten hat. Wie in allen Bereichen des Lebens, nahm die spanische Herrschaft ebenfalls großen Einfluss auf die Architektur Mexikos.

Der weit verbreitete Kolonialstil zeigte in Mexiko jedoch einige Besonderheiten, vor allem aufgrund der einzigartigen Baumaterialien wie mehrfarbiges Vulkangestein oder verschiedenfarbige Kalksteine, die nur hier zu finden waren und die Architektur wiederum besonders machten.

Außerdem wurden die verschiedenen europäischen Stile in den Regionen Mexikos auf unterschiedliche Art und Weise umgesetzt.

Leider wurden durch die Konquistadoren zahlreiche der altindianischen Gebäude zerstört, um am selben Ort, möglicherweise sogar mit denselben Steinen, Kirchen und Klöster zu erbauen. Das Besondere an diesen Gebäuden ist, dass sie ein ummauertes Atrium, Capillas Posas (kleine Prozessionskapellen in Hofecken) sowie Capillas Abiertas (offene Prozessionskapellen) besitzen.

Prunkvolle Beispiele der Kolonialarchitektur sind meist die Regierungspaläste, die Stadthäuser mit ihren patios oder die haciendas auf dem Land. Oft zu sehen sind der spanische Mudéjarstil, der barocke Stil, der Churriguerismus, französische oder italienische Elemente, aber auch die regional typische Bauweise „poblano“ und indianische Stuckornamente.

Heute bestechen die mexikanischen Häuser vor allem durch ihre farbenfrohen Innen- und Außenwände. Auffällig ist, dass die Mexikaner es dabei bevorzugen abgeschirmt hinter Mauern zu leben.

Personen, die die moderne Architektur Mexikos besonders prägten, sind der Maler und Architekt Juan O’Gorman sowie der sogar weltweit bekannte Luis Barragán.

Mexikanische Literatur

Ihren Ursprung findet die mexikanische Literatur in den códices, den Schriften der Maya und Azteken. Leider wurden viele dieser Zeugnisse von den Konquistadoren vernichtet. Zwei der Bekanntesten, die gerettet werden konnten, sind „Popul Vuh“ und Nezahualcóyotl. Außerdem verfassten die Spanier selbst Chroniken über die von ihnen unterdrückten Völker oder diese erzählten ihre Geschichte im Idealfall einfach weiter.

Auch in der Literatur bildete die Revolution Anfang des 20. Jahrhunderts ein einschneidendes Ereignis, um sich von den während der Kolonialzeit auferlegten Dogmen zu befreien und wieder neue Wege selbstständig zu gehen. Es entstand die moderne Nationalliteratur. Auch in diesem Bereich besteht die Kunst der Mexikaner darin, neue Formen auszuprobieren, aber vor allem ihre Kultur, den sie umgebenden Alltag und die Eigenarten Mexikos einfließen zu lassen und somit in die Welt zu tragen.

Man sagt, wenn man „Das Labyrinth der Einsamkeit“ gelesen hat, kann man Mexiko besser verstehen. Es ist das Werk von Octavio Paz, dem wohl bekanntesten Schriftsteller Mexikos, der 1990 den Literaturnobelpreis für sein Schaffen erhielt. Weitere sehr bekannte Literaten Mexikos sind, unter anderem, Juan Rulfo, Carlos Fuentes, Paco Ignacio Taibo II, sowie Schriftstellerinnen des mexikanischen Feminismus wie Rosario Castellanos, Elena Poniatowski oder Sor Juana Inés de la Cruz. Heutzutage handelt die zeitgenössische Literatur immer noch von politischen oder alltäglichen Problemen oder Freuden und wird beispielsweise von Luis Zapata, Carlos Monsiváis oder Ángeles Mastretta verfasst.

Film und Kino

Das Mexikanische Film- und Kinogeschäft hat ein lange Tradition und international einen guten Ruf.

Die Filme der dreißiger Jahre prägten im Wesentlichen das Bild von Mexikanern mit Sombrero, die völlig entspannt sind. Heute werden eher mexikanische Telenovelas (Seifenopern) gedreht, die ebenfalls in mehrere Sprachen übersetzt und in anderen Ländern ausgestrahlt werden.

Bekannte Regisseure sind Alejandro González Iñárritu, Luis Buñuel oder Emilio Fernández. Inzwischen weltberühmte Schauspieler Hollywoods sind z. B. Gael García Bernal oder Salma Hayek.

Die Musik Mexikos

Die Mexikaner lieben Musik. Sie hören sie fast immer und überall, gern auch laut. Das Musikspektrum Mexikos ist groß und abwechslungsreich. Fast jede der Regionen in Mexiko hat ihren eigenen Stil mit anderen Tänzen und Trachten.

In der mexikanischen Musik vermischen sich Elemente der indianischen Urbevölkerung mit denen der Spanier.

Die Kinder der Indigenen wurden von klein auf in sogenannten „Cuicacalli“ (Liederhäusern) musikalisch ausgebildet. Später vermischte sich die bestehende Kultur mit der der maurischen, afrikanischen und europäischen Seeleute und bildete von da an ihren ganz eigenen Stil.

Besonders beliebt ist die traditionelle Musik. So z. B. „Mariachi“, Volksmusik, die sich von Jalisko aus in ganz Mexiko und der Welt verbreitete und für Ausländer der Inbegriff mexikanischer Musik ist. Noch immer ziehen Gruppen von Wandermusikern durch das Land, um ihr Publikum zu erfreuen. In Nordmexiko schwärmt man jedoch eher für den etwas wilderen „Rancheros“. Im Süden des Landes hört man die melodischen „Marimbas“, die vom Walzer, über Paso Doble oder Bolero bis hin zur modernen Schlagermusik fast alles spielen.

Ein typisches mexikanisches Volkslied nennt man „cancíón“. Auch die „Serenatas“, die Liebesgesänge, hört man sich gern öfter an. Viele der typischen Volkslieder singen vom Alltag, von den schönen, aber auch hässlichen Seiten des Lebens.

Mit der spanischen Kolonialmacht kam auch die klassische Musik nach Mexiko und Komponisten wie Carlos Chávez oder Silvestre Revueltas erlangten Weltruhm. Man findet auch Balladen oder Märsche wie „La Cucaracha“.

Noch heute erlangen viele mexikanische Sänger großen Ruhm in Lateinamerika oder in den USA, wenn nicht sogar weltweit. Hier seien als Beispiele Carlos Santana, Maná, Jaguares, Elefante, Paulina Rubio oder Gloria Trevi genannt.

Tanz

Für Musikbegeisterte wie es die Mexikaner sind, spielt natürlich auch der Tanz eine wichtige Rolle. In Mexiko existieren die folgenden Tänze:

  • danzas“, die prähispanischen Tänze zur religiösen Verehrung oder magischen Beschwörung (z. B. der „danza del Quetzal“ oder der „danza del Venado“)
  • bailes“, die Gesellschaftstänze wie der Bolero, der Walzer oder die Polka, die von den Konquistadoren und Einwanderern mitgebracht wurden. Heute sind sie jedoch schon fester Bestandteil der mexikanischen Kultur.

Im karibischen Raum haben sich hingegen auch Rumba, Mambo, Danzón, Salsa und Merengue niedergelassen.

Um die klassische Musik weltweit zu verbreiten hat sich die Ballettruppe „Ballett Folklórico“ gegründet, die in Mexiko-Stadt das Publikum begeistert. Genau wie auch andere Ballettgruppen, tritt auch die „Ballett Folklórico“ weltweit auf. Ein sehr bekannter Tanz der Truppe ist wohl der Sombrero-Tanz „jarabe tapatío“.

Auch die „Voladores“ werden als Tänzer bezeichnet, sind wohl aber eher schon Akrobaten. Heutzutage kommen Gruppen aus dem Städtchen Papantla, um Touristen eines der ältesten Rituale der Welt zu zeigen. Es ist ein Spektakel, eine Zeremonie, ein Mythos, einfach ein atemberaubendes Schauspiel!

Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der mexikanischen Kultur sind die „charreadas“ (Reiterspiele) sowie die „corrida de toros“ (Stierkämpfe), die vor allem auf mexikanischen Festen und Feiern eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Kunsthandwerk und Souvenirs

Die Volkskunst Mexikos hat ebenfalls lange Tradition und bildet eine Mischung präkolumbischer und spanischer Einflüsse. Trotz der weltweiten allgemeinen Tendenz zu industrieller Massenware findet man auch noch in Mexiko ein großes Angebot an fantasievoller, vielfältiger Handarbeit. Dabei ist jede Region mehr oder weniger auf etwas anderes spezialisiert. In Städten findet man häufig FONART, staatliche Läden, die Kunsthandwerk des Landes anbieten.

Vieles in den Touristenzentren ist Kitsch, wobei Mexikaner dies auch genau so mögen, selten ist es jedoch traditionell. Die schönsten Dinge findet man meist in den ländlichen Regionen, in den Orten selbst oder auf Märkten. Vor allem für die meist ärmere indigene Bevölkerung ist dies ein wichtiger Zweig in der Wirtschaft Mexikos. Hier gilt: Bei Preisen können Sie Handeln, jedoch möglichst in angemessenem Stil. Beachten Sie dazu bitte unser kleines Mexiko Knigge.

Die beliebtesten Mitbringsel sind natürlich die sombreros oder eine Flasche Tequila. Man findet auch wunderschönen Gold- und Silberschmuck, Edel- oder Halbedelsteine, Lack- und Kupferarbeiten, Web- und Ledersachen oder Korbwaren. Als Mitbringsel eignen sich auch die hamacs (Hängematten) oder das sehr bekannte, typisch mexikanische „papel amate“ (Amatl-Papier). Achten Sie jedoch immer darauf, dass Sie in seriösen Geschäften kaufen (vor allem bei Schmuck) sowie auf die Ausfuhrbestimmungen Mexikos bzw. Einfuhrbestimmungen Ihres Heimatlandes!

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