Hochkulturen · präkolumbische Kulturen

Genaue Daten anzugeben ist allgemein schwierig. Man geht aber davon aus, dass mehr als 2000 Jahre lang Hochkulturen in Mexiko lebten, die mit ihren Hinterlassenschaften noch heute viele Wissenschaftler überraschen, Mexiko kulturell bereichern und berühmt machen und die Kunst und Kultur Mexikos noch immer prägen. Man schätzt, dass in Mexiko etwa 13000 archäologische Stätten vorhanden sind, die jedoch noch nicht alle freigelegt oder ausgewertet wurden. 1520/21 wurde das letzte Reich, das der Azteken, von den Spaniern vernichtet.


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Seit der Eroberung Mexikos durch die Spanier gab es jahrhundertelang immer wieder Konflikte um Anerkennung der Eigenständigkeit der indigenen Völker, wie z.B. der Krieg der Kasten 1847 bis 1933 von den Maya. Auch heute noch wird heiß diskutiert und die Nachfahren der Hochkulturen kämpfen um mehr Integrität, Mitbestimmung und Respekt. Obwohl es bereits Gesetzesänderungen gab, ist es bis zur kompletten Integration und damit der Verbesserung der Lebensumstände für viele Indigene noch ein langer Weg.


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Noch heute findet man Traditionen, Bräuche, typisches Essen und Trinken, sowie Einflüsse in Kunst und Kultur, die von den Nachfahren der Hochkulturen aufrecht erhalten werden. Ein Fest für alle Sinne. Bei jedem Schritt durch Mexiko atmet man auch immer ein wenig der abwechslungsreichen Geschichte mit ein.

Die noch vorhandenen Fundstätten und Ruinen, teilweise von Archäologen in den letzten Jahrzehnten mühsam ausgegraben, sind ein wichtiger Touristenmagnet. Viele Reisen sind mit einem Besuch dieser Orte verbunden. Um die bedeutsamen Kulturstätten nicht unnötig zu beschädigen und abzunutzen, werden immer wieder Konzepte gesucht, den Besucherstrom bei Anlagen wie z.B. Chichen Itzá geringer zu halten. Damit gewisse Regeln befolgt werden, aber auch, um mehr über die Völker zu erfahren, sollten die beliebtesten Stätten mit einer geführten Tour besucht werden.

Unter den folgenden Stichpunkten können Sie sich über die Wichtigsten der zahlreichen Hochkulturen ein wenig informieren.



Olmeken

Die Kultur der Olmeken, die Funden zufolge zwischen 1400 und 400 v.Chr. ihre Blütezeit hatte, gilt als Mutterkultur Mesoamerikas. Sie siedelten sich hauptsächlich entlang der Golfküste Mexikos an, hinterließen ihre Spuren jedoch bis an die Pazifikküste sowie sogar gen Süden bis ins heutige Costa Rica. Als Hochzentren dieser Kultur in Mexiko gelten z.B. La Venta, Tres Zapotes oder San Lorenzo Tenochtitlan. Die Olmeken übten mit ihren bereits vorhandenen Schriftzeichen, Kalendern, Zahlen, Göttern und Spielen scheinbar großen Einfluss auf spätere Kulturen wie die der Maya aus. Besonders auffällig sind die Kolossalköpfe oder andere Steinskulpturen, die offensichtlich einen Großteil der olmekischen Kunst ausmachten.



Teotihuacán

40 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt befindet sich Teotihuacán, eine der bedeutendsten Metropolen, vielleicht sogar die Bedeutendste, Mesoamerikas, im Zentralen Hochland Mexikos. Das Volk, welches zu seiner Blütezeit zwischen 200 v.Chr. und 750 n.Chr. die Stadt bewohnte, wurde nach dieser benannt. Ihre Architektur ist beispielhaft. Die verschiedenen Tempel, Pyramiden oder Palästen sind monumental und sehr eindrucksvoll. Man nimmt an, dass die Teotihuacaner Handelsbeziehungen mit den Maya, Monte Albán sowie anderen Völkern pflegten.



Maya

Eines der wohl bekanntesten indigenen Völker ist das der Maya. Im Grunde genommen ist dies eine Sammelbezeichnung für mehr als 30 verschiedene Völker, die ihre Blütezeit von 500 v.Chr. bis 1450 n.Chr. erlebten, aber schon lange vorher in Zentralamerika siedelten. Sie stammen aus dem Hochland von Guatemala, wo sich auch durchgängig ihr Hauptsiedlungsgebiet befand. Von dort aus wanderten sie nach Belize, in Teile Honduras, kleine Gebiete El Salvadors sowie in den Süden Mexikos, in die heutigen Bundesstaaten Yucatán, Chiapas, Quintana Roo und Tabasco .

Schon damals übte dieser Stamm großen Einfluss auf gleichzeitig lebende Völker der Teotihuacan oder Monte Albán, aber auch auf nachfolgende Kulturen wie die der Azteken aus. Nach der Eroberung Mexikos durch die Spanier kämpften die Maya auf Yucatán erbittert um ihre Unabhängigkeit, wurden dann jedoch unterworfen. In der Bevölkerung der südlichen Bundesstaaten Mexikos finden sich noch heute viele Nachfahren der Maya. Diese haben in ihren katholischen Glauben einige der traditionellen Rituale eingebunden. Noch heute sind die Maya aufgrund ihrer kulturellen Errungenschaften sowie dank ihrer hoch entwickelten Kultur berühmt. Sie hatten eine einzigartige Monumentalarchitektur, bauten Kultplätze, Paläste oder Pyramiden, widmeten sich dem Ballspiel, der Astronomie und dem Kosmos. Herausragende Leistungen erbrachten sie mit ihren Bewässerungssystemen, ihren Schriften mit deutlich entwickelten Zeichen, in der Mathematik, sowie durch mehrere hochentwickelte Kalender.

Die Kultstätten der Maya zählen heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Mexikos. Hierzu gehören vor allem Chitchén Itzá und Palenque, die zu UNESCO-Weltkulturerbestätten ernannt wurden, aber auch magische Orte wie Uxmal, Tulúm, Cobá, Calakmul oder Edzná.



Zapoteken / Mixteken

In der Zeit von 500 v.Chr. bis 1521 hatten die Zapoteken, später die Mixteken, ihre Blütezeit. Sie besiedelten vor allem die Gebiete in Oaxaca und Guerrero-, in denen auch heute noch Nachfahren dieser Kulturen leben. Im Tal von Oaxaca verdrängten die Mixteken nach und nach die Zapoteken, aber blieben in deren Städten. Die bekannteste Stadt ist Monte Albán, ein großes Kultzentrum, das während der Klassik, später Nachklassik fünf verschiedene Phasen durchlebt hat. Die folgende Hauptstadt der Mixteken war Mitla.

Starker Einfluss kam auch von den Olmeken bzw. Maya, später herrschte scheinbar reger Austausch mit Teotihuacán. Auch von diesen Kulturen wurden neue bzw. ausgebaute Schriftsysteme entwickelt, sie betrieben Totenkult und sie gehörten zu den ersten, die auf besondere Weise mit Keramik arbeiteten oder sich an die Fertigung filigraner Schmuckstücke trauten.



Huaxteken

Die Huaxteken (Huasteken), ein kriegerisches, aber sehr mutiges Volk, bewohnten die Küstenregionen sowie das Hinterland am nördlichen Golf. Bereits 1000 v.Chr. etwa spalteten sie sich von den Maya ab. Hauptzentren der Huaxteken waren Tampico, Veracruz, sowie San Luís Potosi. Ihre Blütezeit dauerte von 600 bis 1200. Später siedelten in diesem Gebiet auch die Totonaken. In der Sierra Madre Oriental findet man noch heute Nachfahren dieser Kultur, meist Kleinbauern.


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Hinterlassenschaften dieser Kultur sind ihre mehrstöckigen Pyramiden, Ballspiele, sowie Steinskulpturen. Außerdem gelten die Huaxteken als Erfinder des „Danza de los Voladores“.



Tolteken

Die Tolteken, die zwischen 950 und 1200 vor allem die Regionen nördlich von Mexiko-Stadt besiedelten, galten als ein künstlerisch sehr begabtes Volk. Sie bauten riesige Säulenhallen, Schlangen- und Schädelmauern und beeinflussten die Architektur des berühmten Chichén-Itzá wesentlich.


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Viele Bauten, Verzierungen und Bildnisse erinnern an kriegerische Symbole, Krieger oder wurden diesen gewidmet. Die Bekanntesten sind die vier Kolossalstatuen der Atlanten. Das Hauptzentrum der Tolteken war die Stadt Tula, etwa 85km nördlich von Mexiko-Stadt.



Azteken

Neben den Maya sind die Azteken sicherlich die bekannteste Hochkultur. Im 12. Jahrhundert wanderte ihr Stamm nach Zentralmexiko ein und herrschte dort, sowie später über weite Teile Mexikos, bis ins 16. Jahrhundert. Die sogenannten Azteken, die sich selbst jedoch scheinbar „Mexica“ nannten, gründeten auf einer Insel im Texcoco-See die gewaltige Hauptstadt „Tenochtitilán“. Von ihr ausgehend eroberten sie große Gebiete Mexikos. Zusammen mit Tlatelolco wurde es eine riesige Metropole, die mehr Einwohner zählte als europäische Städte zu dieser Zeit. Als die Spanier im 1521 Mexiko eroberten, zerstörten sie Tenochtitlán komplett, sowie den Großteil aller Erinnerungsstücke an frühere Kulturen. Geblieben sind lediglich 14 Codices, Schriftstücke, die heute überwiegend in europäischen Museen aufbewahrt werden. Auf der aztekischen Hauptstadt gründeten die Spanier eine neue Hauptstadt, das heutige Mexiko-Stadt. In den letzten Jahrzehnten fand man den „templo mayor“, den Haupttempel der Azteken, unter den Straßen der Stadt.

Die Schrift, das Zahlensystem, sowie der aztekische Kalender sind ausgeklügelte Weiterentwicklungen der vorangehenden Hochkulturen, die heutige Wissenschaftler immer wieder aufs Neue staunen lassen. Die Sprache der Azteken, „Nahuátl“, wird auch heute noch von Indigenen Mexikos gesprochen.



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